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| In «Der Tag, an dem die Erde stillstand» verkörpert Keanu Reeves den Außerirdischen Klaatu. |
| Ein Schuss löst sich, das außerirdische Wesen stürzt zu Boden. Und das ist nicht alles: Der Science-Fiction-Thriller «Der Tag, an dem die Erde stillstand» zeigt eine fatale Gewaltspirale, die in den anschließenden Kampf der Welten mündet. Der Außerirdische, der nach einer lebensrettenden Operation menschliche Züge annimmt, wird von Keanu Reeves («Matrix») verkörpert. Jennifer Connelly («Requiem for a Dream») spielt eine Wissenschaftlerin, die sich um Dialog mit der fremden Macht bemüht. Der Film ist das Remake des gleichnamigen Klassikers von 1951. Wie lassen sich Wesen aus unbekannten Welten auf der Leinwand darstellen? Hollywood hat dafür verschiedene Antworten parat: Actionfilme zeigen kräftemäßig überlegene Kampfmaschinen («Alien», «Predator»). Für Kostümbildner weniger anspruchsvoll ist die Version, in der galaktische Eindringlinge in menschliche Hüllen schlüpfen. Dazu gehören Klassiker wie «Die Dämonischen», unlängst als «Invasion» mit Nicole Kidman wiederverfilmt. Künstlerisch ambitionierter sind Filme, in denen das Unbeschreibbare auch mit neuen Formen jenseits irdischer Regeln dargestellt wird: Werke wie «Sphere» zeigen Kugeln als Medium ferner Welten. Die Begegnung mit dem Fremden geschieht auf psychologischer Ebene und mündet bei den Protagonisten häufig in Wahnvorstellungen. «Der Tag, an dem die Erde stillstand» wirft diese drei Alienfilm-Varianten auf ziemlich krude Art und Weise zusammen. Eine unzerstörbare Kampfmaschine, die ein Verwandter von «Robocop» zu sein scheint, ist für die Actionsequenzen zuständig. Regisseur Scott Derrickson fährt für die Kampfszenen alles auf, was das Herz von Militaria-Fans begehrt, ob Panzer, Kampfjets oder schwere Artillerie. Glitzernde Kugeln, die alsbald auf der ganzen Welt landen, versetzen die Filmfiguren in meditatives Erstaunen. Keanu Reeves schließlich gibt sich als Alien, das als Vermittler zwischen den Parteien lange Zeit auf verlorenem Posten ist. Erst als der Kampf bereits tobt und die Vernichtung der Menschheit besiegelt scheint, ergreift ihn die irdische Macht der Liebe als letzte Hoffnung auf Rettung. Der Originalfilm von 1951 war samt fliegender Untertassen ein Produkt des beginnenden Kalten Krieges. Gewarnt wurde darin vor den Folgen der Atomkraft. Nun ist daraus eine zeitlose Botschaft geworden. Um das Gleichgewicht des Universums zu bewahren, wollen die Aliens die Menschen vernichten. Schließlich sei der Homo sapiens auf dem Wege, den Planeten durch Umweltverschmutzung für immer zu zerstören. So edel eine solche Ökobotschaft auch ist, sie schwächt die Intensität des finalen Kampfes doch etwas ab. Gut und Böse verschwimmen: Weder Kathy Bates als US-Verteidigungsministerin noch Reeves als allzu humaner Fremdling bieten sich dem Zuschauer als Feindbild an. Der dunkle Anzug von Reeves scheint übrigens wie aus der «Matrix»-Requisite entnommen. Zwar verfehlen die Spezialeffekte in aufwendigen Bildern der Apokalypse nicht ihre Wirkung. Inhaltlich jedoch vermag «Der Tag, an dem die Erde stillstand» nicht zu überzeugen. Unschlüssig laviert die Produktion zwischen Actionfilm, Ökoparabel und Familiendrama, das sich zwischen der Wissenschaftlerin und ihrem Adoptivsohn abspielt. |